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Fair Trade

FAIRNESS - Schlägt man das Wort Fairness im guten alten Duden nach, erhält man folgende Antwort: Fairness, die [Substantiv, feminin]: „anständiges Verhalten; gerechte, ehrliche Haltung gegenüber andern Menschen“. Soweit die Theorie. In der Textilindustrie herrschen leider andere Verhältnisse: Zwangs- und Kinderarbeit, unmenschliche Arbeitszeiten (16-18 Stunden sind keine Seltenheit, für mehr Infos: Clean Clothes), katastrophale Sicherheitsstandards und ein Hungerlohn sind gang und gäbe. Nun kann man angesichts dieser Zustände den Kopf in den Sand stecken und Phrasen wie: “Ich kann daran ja eh nichts ändern” von der Leine lassen oder man krempelt die Ärmel hoch und packt es an! Fair Trade lautet die Devise. Da du auf dieser Seite gelandet bist, wagen wir jetzt einfach mal die steile These, dass Du zu der zweiten Sorte gehörst: YES, es freut uns, deine Bekanntschaft zu machen.

Gemeinsam können wir die Welt verändern!

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So, da man aber viel erzählen kann, wenn der Tag lang ist und Dich bestimmt brennend interessiert, was wir anders machen als die Anderen und unter fairem Handel verstehen, bekommst du hier die Fakten um die Ohren gehauen: FAIR bedeutet für uns Folgendes: Früher produzierten wir in einer Fairtrade & GOTS zertifizierten Fabrik in Indien (ältere Kollektionen) und heute produzieren wir unter fairen Handels-Bedingungen lokal bei uns vor Ort in Deutschland und anderen Ländern in Europa. Beide Varianten haben ihre Glanz- und Schattenseiten. Die eine PERFEKTE Variante gibt es nicht, das haben uns die letzten Jahre gelehrt.

 

Produktion in Indien:

Gründe dafür: Ein Großteil der Bevölkerung Indiens lebt in großer Armut. Da Indien das zweitgrößte Anbauland für Baumwolle ist, macht es Sinn, direkt dort zu produzieren und die Lage der Arbeiter und Kleinbauern zu verbessern. Fairer Handel ermöglicht überdurchschnittliche Baumwollpreise und somit haben die Baumwollfarmer, die für uns produzieren die Chance, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Bildung ist schließlich ein wichtiger Schritt auf dem Weg aus der Armut.

Greenality Produkte aus Indien verfügen über gleich zwei Siegel: Fairtrade und GOTS.

Unabhängige Inspektoren überprüfen im Auftrag von GOTS und Fairtrade in regelmäßigen Abständen vor Ort, ob die sozialen Standards eingehalten werden. Fairtrade bezieht sich dabei vor allem auf den Anbau der Biobaumwolle, der Aufgabenbereich von GOTS umfasst die nachfolgenden Produktionsschritte.

FAIRTRADE

Fairtrade sorgt dafür, dass die Bauern ihre Baumwolle zu einem festen Mindestpreis verkaufen können, damit sie die Kosten eines nachhaltigen Anbaus stemmen können. Dieser Mindestpreis ist abhängig von der Qualität der Fasern und beträgt in Indien etwa 44-64 Cent pro Kilo. Sollte es vorkommen, dass der lokale Marktpreis über dem Fairtrade-Mindestpreis liegt, muss der höhere Preis gezahlt werden. Die Bio-Baumwollbauern profitieren außerdem von einer Fairtrade-Prämie von 5 Cent pro Kilo, die direkt von den Käufern der Bio-Baumwolle kommt und über Fairtrade an die Produzenten-Kooperativen ausgezahlt wird. Produzenten-Kooperativen sind meist kleine Familienbetriebe oder demokratisch geführte Organisationen der Bio-Baumwollbauern. Das Besondere an dieser Prämie ist, dass sie in Gemeinschaftsprojekte wie etwa den Bau einer Schule oder eines Brunnens investiert wird.

Auf Wunsch können die Bauern ihre Ernte auch vorfinanzieren, in diesem Fall bekommen sie 60 % des Vertragspreises im Voraus ausbezahlt. Die Fairtrade-Standards beziehen sich hauptsächlich auf den Anbau der Bio-Baumwolle. Darüber hinaus fordert Fairtrade von den Betrieben der nachfolgenden Lieferkette (Druckerei, Färberei, Konfektion, etc.) einen Nachweis über die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen. Fairtrade ist außerdem dabei, neue Standards zu entwickeln, die die gesamte Lieferkette betreffen. Sie sollen vermutlich 2016 eingeführt werden. Hier erfährst Du mehr darüber. Die Fairtrade-Zertifizierung ist hinsichtlich der Lieferkette der Bio-Baumwollproduktion also noch nicht ganz ausgereift.

An dieser Stelle greift jedoch der „Global Organic Textile Standard“ (GOTS).

GOTS

Beim GOTS handelt es sich um weltweit geltende Standards für die Verarbeitung von Textilien aus biologisch erzeugten Naturfasern. Sie umfassen die gesamte Produktions- und Lieferkette der Naturfasern: Garnproduktion, Weben, Textilverarbeitung, Konfektion, Verpackung, Etikettierung, Export, Import sowie Vertrieb. GOTS legt dabei strenge Auflagen für Gesundheitsfragen (z.B. Gesundheitsverträglichkeit für Konsumenten), Umweltfragen (z.B. Abwasserreinigung) sowie soziale Standards (z.B. Arbeitsbedingungen der NäherInnen) fest. Sowohl Fairtrade als auch GOTS orientieren sich hinsichtlich ihrer sozialen Standards an den Kernarbeitsnormen der ILO:

Freie Wahl der Beschäftigung: Zwangs- und Fronarbeit sind verboten!

Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektivverhandlungen: Mitarbeiter dürfen einer Gewerkschaft beitreten und diese auch selbst gründen. Sie haben ein Recht, über die Bedingungen ihrer Arbeitsverträge zu verhandeln.

Sichere und hygienische Arbeitsbedingungen: Ein sicheres und hygienisches Arbeitsumfeld ist Pflicht. Dazu gehört, dass in den Fabriken mit adäquater Schutzbekleidung gearbeitet wird und Schulungen in Sachen Gesundheit und Sicherheit stattfinden.

Verbot von Kinderarbeit: Kinder und Jugendliche müssen die vorgeschriebene Schulausbildung absolviert haben, bevor sie anfangen können in Vollzeit zu arbeiten. Das Mindesteintrittsalter liegt bei 15 Jahren. Jugendliche dürfen nachts oder unter gefährlichen Bedingungen nicht arbeiten.

Mindestlohn: Der Lohn sollte mindestens so hoch sein, dass damit die Grundbedürfnisse befriedigt werden können. Außerdem darf er den nationalen Mindestlohn nicht unterschreiten.

Geregelte Arbeitszeit: Tag und Nacht geschuftet wird bei fair gehandelten Klamotten nicht. Die maximale Arbeitszeit darf die der herrschenden nationalen Gesetze nicht überschreiten. Abgesehen davon haben die Arbeiter mindestens einen Tag in der Woche frei. In einer Arbeitswoche darf nicht mehr als 48 Stunden gearbeitet werden. Überstunden sind freiwillig, dürfen 12 Stunden in der Woche aber nicht überschreiten und müssen höher bezahlt werden.

Keine Diskriminierung: Herkunft, Geschlecht, Religion, Hautfarbe, politische Neigung, Nationalität und Stellung in der Gesellschaft dürfen in der Behandlung der Mitarbeiter keine Rolle spielen – egal, ob es um Neueinstellungen, Gehälter, Beförderungen, Renten oder andere Aspekte des Arbeitsverhältnisses geht.

Reguläre Beschäftigung: Das Beschäftigungsverhältnis basiert auf der nationalen Gesetzesgrundlage. Nicht konforme Vertragsklauseln sind verboten.

Verbot von grober oder inhumaner Behandlung: Jede Form inhumaner Behandlung am Arbeitsplatz – sei es Gewalt, sexuelle Belästigung oder Drohungen – sind streng verboten. Selbstverständlich gibt es auch noch weitere gute Initiativen, die faire Handels-Bedingungen garantieren.

Ein Beispiel sind etwa die Fair-Trade-Pioniere der Gepa, deren gleichnamiges Siegel Produkte kenntlich macht, die die Kriterien des Fairen Handels erfüllen.

Zum Nachdenken:

Um eine gute Qualität und eine pünktliche Lieferung zu erreichen, muss man während der kompletten Produktion vor Ort sein und die… äh Peitsche schwingen! Kommt jetzt vielleicht nicht so gut, das hier auf der Seite für fairen Handel zu schreiben, aber wir wollen Dir ja die ungeschminkte Wahrheit darlegen. Ohne die Produzenten ständig zu pushen, würde man die Sommerkollektion wahrscheinlich erst im Winter bekommen und die Qualität wäre nicht so, wie wir uns das als nachhaltige Verbraucher vorstellen.

In Kolkata (Indien) gibt es genau einen Produzenten, der nach Fairtrade und GOTS Richtlinien produziert. Ein Näher in der Fairtrade-Fabrik verdient etwa 150€ im Monat. In einer konventionellen Fabrik würde er gerade mal 100€ bekommen, also deutlich weniger Geld bei mehr Arbeit, mehr Stress und lausigen Sicherheitsstandards. Nun hat der faire Produzent etwa 350 NäherInnen unter Vertrag. In einer Millionenstadt wie Kolkata gibt es aber zig Tausende NäherInnen, die gerne einen Job in dem Fairtrade-Unternehmen hätten. Dadurch gibt es dann hin und wieder eine Keilerei um den besser bezahlten und komfortableren Job. Wenn man das mal live miterleben musste, kommen einem schon die ein oder anderen Zweifel, ob das alles so richtig ist, was man da so macht. Auch wenn die Arbeiter in einer fairen Textilproduktion mehr Geld bekommen, sind sie noch immer arme Menschen. Da sollten wir uns nichts vormachen! Fair Trade ist das Beste, was wir im hier und jetzt für unsere Mitmenschen tun können, aber sicherlich nicht die Mutter aller Lösungen. Dafür sind die wirtschaftlichen Zusammenhänge in der Welt zu komplex. Eine Lösung könnte vielleicht das Equilibrismus Projekt sein… aber ich schweife ab.

Fakt ist, dass uns das Peitsche-Schwingen nicht so liegt und wir deswegen momentan nicht mehr in Indien produzieren. Aber es finden sich noch immer Produkte aus unseren älteren Kollektionen im Onlineshop – Made in India.

Deutschland und Europa

Gründe dafür: Wir haben unsere Fabrikation in Istanbul und Kroatien ausgedehnt und garantieren, dass es dort ganz nach unserem Geschmack zugeht: fair & nachhaltig. Im Vergleich zu anderen Kleiderfabriken in Osteuropa und in den Provinzen der Türkei schneiden unsere Produktionsstandorte hinsichtlich der Arbeitsstandards mit am besten ab. Da es in Asien meist nur sehr große Fairtrade Produzenten gibt, hat man als kleines Label mit geringem Produktionsvolumen oft schlechte Karten, überhaupt einen Produzenten zu finden und ernst genommen zu werden.

In Europa lässt sich die Produktion als eine „Begegnung auf Augenhöhe“ beschreiben – unsere Produzenten sind kleine Unternehmen wie wir. Somit profitieren wir gegenseitig voneinander. Bei der Produktion in Deutschland und Europa gibt es üblicherweise wenig Ausschussware, da die dort arbeitenden Menschen gut ausgebildet sind. Das spielt für uns als nachhaltiges Unternehmen natürlich auch eine große Rolle.

Der CO2-Fußabdruck ist natürlich auch deutlich kleiner als der, den wir in Indien hinterlassen haben. Denn die Wege sind "relativ" kurz: Baumwollproduktion in der Türkei und in Griechenland, Fertigung in Kroatien, der Türkei oder auf der schwäbischen Alb und schließlich der Verkauf in ganz Deutschland. Ein weiterer Vorteil ist die kürzere Distanz zu den Produzenten: Wenn es mal klemmt, ist man fix vor Ort. Lokal Wirtschaften ist eine super Sache. Mit der Fertigung in Deutschland haben wir gute Erfahrungen gemacht, was Qualität, Zuverlässigkeit und Können angeht. Das hat allerdings auch seinen Preis, der für ein kleines Unternehmen nicht leicht aufzubringen ist. Aber wir sind überzeugt, dass nicht nur die Menschen in der Produktion, sondern auch Du als Verbraucher von diesem fairen Handel nur profitieren könnt.

Weiterführende Links:

Fairtrade International

Get Changed!

Kampagne für Saubere Kleidung

Kirsten Brodde

Fairtrade-Towns

Messen zum Thema Fair Trade:

Heldenmarkt

Ethical Fashion Show

Fair Trade & Friends