• HOTLINE +49 711 - 169 178 50
  • SCHNELLER VERSAND
  • VERSAND NUR 3,90€

Bio-Baumwolle

ORGANIC

Baumwolle ist die am häufigsten verwendete Textilfaser auf der Welt. Nicht umsonst wird sie als „weißes Gold“ bezeichnet – aus ihr wird mächtig Profit geschlagen. Das passiert vor allem auf Kosten von Mensch und Natur. Durch die beim Anbau der Baumwolle eingesetzten Düngemittel werden Arbeiter auf den Baumwollfeldern krank, der enorme Wasserbedarf zur Bewässerung der Pflanzen lässt riesige Seen beinahe verschwinden und weil die Natur nun mal ein Kreislauf ist, landen viele Schadstoffe früher oder später wieder bei Tier und Mensch.

Tja, nicht alles ist Gold, was glänzt. Oder hübsch aussieht.

Um das Ganze mal in abgedroschene Floskeln zu verpacken: Ja, wir stehen auf Kleidung mit inneren Werten. Deshalb sind wir große Fans von Bio-Baumwolle.

Was bedeutet das „Bio“ in der Bio-Baumwolle?

Der biologische Anbau steht für ein System, das sein Gleichgewicht auf natürliche Weise erhalten kann. Chemische Stoffe wie Pestizide, Herbizide oder Kunstdünger und genveränderte Hochleistungssorten, die im konventionellen Baumwollanbau häufig verwendet werden, sind bei Bio-Baumwolle deswegen tabu. Dafür stehen nachhaltige Methoden wie die abwechselnde Fruchtfolge und die organische Düngung auf der Agenda.

In der globalen Baumwollproduktion macht Bio-Baumwolle bisher lediglich 1% aus. Da geht noch was, oder?!

bio-baumwolle-anbau-1

Wie läuft die Schädlingsbekämpfung beim Bio-Baumwollanbau ab?

So ein Baumwoll-Schädling vertreibt sich natürlich nicht von alleine. Doch dazu muss noch lange nicht die volle Ladung Chemie notwendig sein. Statt Kunstdünger oder Pestiziden gibt es auch geschickte biologische Methoden. Eine gute Taktik ist es, solche Pflanzen um und zwischen die Baumwollsträucher zu pflanzen, die den Baumwoll-Schädlingen schlichtweg besser schmecken. Ein besonderer Leckerbissen ist da zum Beispiel die Sonnenblume. Auch ein Fruchtwechsel mit Nahrungspflanzen wie Hirse oder Mais trägt dazu bei, die Schädlinge im Zaum zu halten. Die „Feinde der Feinde“, also die nützlichen Insekten, darf man natürlich auch nicht vergessen: Durch die Vermeidung von Pestiziden haben die eine deutlich größere Überlebenschance und helfen zusätzlich bei der Schädlingsbekämpfung. Noch ein anderer Vorteil, der sich aus dem Verzicht auf die Chemiekeule ergibt: Langfristig erhöht sich der Humusanteil im Boden, welcher die Bio-Baumwollpflanzen auf natürliche Art und Weise mit Nährstoffen versorgt. Durch den Kauf eines Shirts aus Biobaumwolle werden 7 Quadratmeter Anbaufläche weniger belastet - yeah.

Und wie ist das mit dem hohen Wasserverbrauch?

Ja, Baumwollpflanzen sind durstig. Und da ist die Bio-Baumwollpflanze natürlich keine Ausnahme. Der Verzicht auf Gentechnik ist jedoch schon der erste Schritt hin zu einem geringeren Wasserverbrauch, denn die Gen-Pflanzen benötigen üblicherweise noch mehr Wasser als die Otto-Normal-Baumwollpflanze. Wie viel Wasser für die Herstellung eines Baumwoll-Shirts benötigt wird, hängt jedoch vor allem vom Anbauort und den damit verbundenen Klimabedingungen ab. Auch ein Grund, warum Greenality inzwischen ausschließlich auf Bio-Baumwolle aus der Türkei & Griechenland setzt.

Wie wird Bio-Baumwolle geerntet?

Die Bio-Baumwolle wird je nach Anbaugebiet fünf bis neun Monate nach der Saat von Hand gepflückt. Eine maschinelle Ernte findet nicht statt, denn dazu müssen die Blätter von den Baumwollpflanzen entfernt werden. Und beim konventionellen Baumwollanbau geschieht das mit einem Entlaubungsmittel aus chemischen Herbiziden.

Bio-baumwolle-ernte-2

Für die Zertifizierung der Bio-Baumwolle sind zwei Standards besonders beutend:

Global Organic Textil Standard (GOTS) & Fairtrade

Beim Fairtrade-Standard steht der Bio-Baumwollanbau im Fokus, beim GOTS wird der Schwerpunkt auf die nachfolgende Verarbeitung der Fasern gelegt.

Der GOTS  deckt alle Stufen der Produktionskette ab: die Garnproduktion, das Spinnen, Färben, Drucken, die Konfektion, Verpackung, Kennzeichnung, den Handel und den Vertrieb. Die zertifizierten Textilien müssen mindestens zu 70 % aus biologisch erzeugten Naturfasern bestehen. Dabei werden zwei Kennzeichnungsstufen unterschieden: Ein Kleidungsstück mit der GOTS-Kennzeichnung "Bio" bzw. "kbA/kbT" muss mindestens zu 95 % aus kontrolliert biologisch erzeugten Fasern bestehen; bei einem Produkt mit der Kennzeichnung "hergestellt aus x% kbA/kbT Fasern" liegt dieser Anteil bei mindestens 70 %. Übrigens: „kbA“ steht für den kontrolliert biologischen Anbau, „kbT“ für die kontrolliert biologische Tierhaltung.

GOTS schreibt vor, dass alle chemischen Zusätze (z.B. Farbstoffe, Hilfsmittel und Prozesschemikalien) vor dem Einsatz geprüft werden und außerdem die Grundanforderungen bezüglich Toxizität und biologischer Abbaubarkeit erfüllen. Verboten sind problematische Zusätze, wie z.B. toxische Schwermetalle, Formaldehyd, aromatische Lösungsmittel sowie genetisch veränderte Organismen (GVO) und deren Enzyme. Auch bei Knöpfen, Reißverschlüssen und Co. gibt es durch den GOTS geregelte Beschränkungen, z.B. darf dafür kein PVC, Nickel oder Chrom verwendet werden.

Alle GOTS-zertifizierten Betriebe haben ein eigenes Umweltschutzprogramm, um Abfälle und Abwässer zu minimieren. Das Verpackungsmaterial der Textilien darf kein PVC enthalten! Außerdem müssen alle Materialien aus Papier oder Pappe, wie z.B. Hängeetiketten und Banderolen, entweder gemäß FSC oder PEFC zertifiziert oder recycelt sein.

Wie schon erwähnt, liegt der Schwerpunkt des GOTS auf der Textilverarbeitungskette, der Anbau der Bio-Baumwolle wird indes nur indirekt überprüft. So wird vorgeschrieben, dass die Produzenten der Fasern nach einem anerkannten Standard für ökologische Landwirtschaft zertifiziert sind.

Bei Fairtrade geht es hingegen speziell um den Anbau der Baumwolle. Neben sozialen Richtlinien setzt Fairtrade natürlich auch ökologische Standards voraus. Diese sehen insbesondere das Verbot von genverändertem Saatgut und die Förderung des biologischen Baumwollanbaus vor. Außerdem gibt es eine Liste verbotener Substanzen, an der sich die Baumwoll-Bauern orientieren müssen.

Ist fair immer bio?

"Das Fairtrade-Siegel ist in erster Linie ein Sozialsiegel und kein eigenständiges Umweltsiegel" – so die eigene Stellungnahme des Siegels. Das langfristige Ziel ist jedoch eine ressourcenschonende und umweltfreundliche Produktion von sämtlichen zertifizierten Gütern. Da der Erwerb von Bio-Zertifikaten mit erheblichen Kosten verbunden ist und nicht von heute auf morgen erfolgen kann, kommt es dazu, dass "konventionell" erzeugte Produkte das Fairtrade-Siegel haben.

Die Organisation stellt den Bauern die alternativen Anbauweisen vor und unterstützt sie bei der Umstellung – auch finanziell.

Nochmal kurz und knapp

Lass es uns noch einmal zusammenfassen: Bei Anbau und Ernte besticht die Bio-Baumwolle durch den Einsatz biologischer Hilfsmittel statt etwa schädlicher Pestizide oder Entlaubungsmittel, die im konventionellen Anbau üblich sind. Außerdem überzeugt uns der Verzicht auf Gentechnik, was das Saatgut angeht. Die Siegel GOTS und Fairtrade garantieren nicht nur die Einhaltung wichtiger Umweltschutzrichtlinien und eine schonende Verarbeitung der Naturfasern, sondern berücksichtigen auch die sozialen Belange der Bauern. Um es auf den Punkt zu bringen: mit einem Shirt aus Bio-Baumwolle tust Du nicht nur der Natur, sondern auch Dir einen Gefallen – davon sind wir überzeugt.

Weiterführende Links:

Umweltinstitut München e.V.

PAN Germany

RESET

Blogbeitrag Kirsten Brodde